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Lieber Dietrich … Dein Jürgen Über Leben am Abgrund – ein Briefwechsel mit Bonhoeffer von Jürgen Werth 

1951 werden Dietrich Bonhoeffers Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft zum ersten Mal veröffentlicht. „Widerstand und Ergebung“ – so der Titel – bisher 23 Auflagen und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren, dessen wir vor einigen Wochen schon gedachten, hat Bonhoeffer nicht mehr erlebt. „Das Unvollendete, Fragmentarische unseres Lebens empfinden wir darum wohl besonders stark“ schreibt der gefangene Dietrich im Februar 1943 an seine Eltern. Jürgen Werth stellt dazu in einem seiner Briefe die Frage, wann man ein Leben vollendet nennen darf und fragt Bonhoeffer „Ist dein Leben eigentlich vollendet? Wird es vollendet sein im April 1945?“ Und schon sind wir mittendrin im Buch, mittendrin in den Briefen, den „alten“, die Dietrich Bonhoeffer geschrieben hat, und den „neuen“, in denen Jürgen Werth auf Bonhoeffers Gedanken, Erkenntnisse und Erfahrungen eine „Antwort“ aus unserer Zeit gibt. Da geht es um Dankbarkeit, Gebet, Hoffnung auf Zukunft, Diesseits und Jenseits, das religionslose Christentum, Trennungszeiten, um Fragen wie „Wer bin ich?“, „Was braucht man eigentlich zum Leben?“ oder „Was ist wirklich wichtig?“ und natürlich um die „guten Mächte“. 

„Lieber Dietrich … Dein Jürgen“ – das ist Bonhoeffer einmal anders, aus einem anderen Blickwinkel, aber immer noch aktuell und auf jeden Fall lesenswert. Eine gute Möglichkeit für Bonhoeffer-Einsteiger. 

Ein kurzes Bonhoeffer-Zitat (vom 23.01.1944) zum Schluss: 

„Sich gegenwärtig diesen Händen (gemeint ist Gott) anzuvertrauen, ist wohl die große Aufgabe der kommenden Wochen und vielleicht auch Monate für Euch, für uns.“ Das gilt nicht nur in Corona-Zeiten! 

Gütersloher Verlagshaus, 192 Seiten, 18 € 


TEA-TIME

Zeit, dein Potential zu entdecken

von Joanneke Wiersma

Mit dem TEA-Konzept zu einem erfüllteren Leben

TEA, das bedeutet: deine Talente zur Ehre Gottes für Andere einsetzen. „Alles, was du mit deinem Talent tust, geschieht zur Ehre Gottes, wenn du anderen damit hilfst … Wenn du so zu leben versuchst, erhältst du immer wieder neue Energie und wirst mit tiefer innerer Freude erfüllt, die sich auch nach außen zeigt. Das TEA-Konzept hilft dir, so zu leben, wie Gott es für dich im Sinn hat. Es hilft dir, mit Gott darüber im Gespräch zu bleiben, was er durch dich Gutes in der Welt tun will.“ Das ist die Grundlage dieses Buches. Mit viel Begeisterung schreibt die Autorin über ihr eigenes „Cup of TEA“, ihr „Ding“, das, was sie gerne mag und gut kann. Sie stellt Aufgaben und regt Übungen an, damit die Leser eine klarere Sicht von sich selbst bekommen. Zum Beispiel soll man soll sich und andere anhand von Charaktereigenschaften einschätzen und darüber nachdenken, wann und wo man sie einsetzt. Oder Gespräche, die man mit anderen geführt hat, im Nachhinein analysieren und nachspüren, was der andere wirklich gemeint hat. Auch eine Lectio Divina hat Joanneke Wiersma im Programm, also eine besonders intensive Bibelmeditation. Und sie lässt andere Menschen zu Wort kommen, die von ihrem Talent erzählen. Dabei bekommt man beim Lesen schon einen Eindruck, wie unterschiedlich, aber auch wie vielfältig das TEA im Leben sein kann. Das kommt nicht von ungefähr: Gott hat uns Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen. „Jede und jeder von uns darf auf seine oder ihre Weise einen Teil von Gottes Größe widerspiegeln. Kein Wunder, dass wir alle so einzigartig sind! So viele unterschiedliche Charaktere und Eigenschaften sind notwendig, um zu zeigen, wie Gott ist. Gottes Größe hat kein Ende.“

„TEA-TIME“ ist ein schön gestaltetes Buch mit richtig gutem Inhalt. Und Zeit, sein Potential (wieder) zu entdecken, ist gut investiert.

Das Buch ist bei Francke erschienen, hat 160 Seiten und kostet 17,95 €.


ICH HÖRTE AUF DIE STILLE
Henri Nouwen (1932 – 1996) ist einer von vielen guten geistlichen Autoren. Der gebürtige Niederländer lebte viele Jahre in Amerika und lehrte als Universitätsprofessor u.a. in Yale und Harvard. Priesterweihe, Psychologiestudium,  weiterführende Studien in Psychiatrie, Pastoralpsychologie und Krankenhausseelsorge, Dozententätigkeit und Habilitation – Henris Leben läuft, pausenlos ist er auf Achse. Dass er Mitte der 70er Jahre für sieben Monate als Gast in das Trappistenkloster Genesee Abbey geht, steht im krassen Gegensatz zu seinem bisherigen Leben. In dieser Zeit führte er ein Tagebuch, das unter dem obigen Titel schon vor vielen Jahren veröffentlicht wurde und heute zu den Klassikern der Spiritualität gehört.

Im Vorwort schreibt er, dass sein Motiv wie ein Mönch im Kloster zu leben sich „nach vielen Jahren ruhelosen Suchens ergeben“ habe. Ihn beschäftigten Zweifel: „Vielleicht redete ich mehr über Gott, als dass ich mit ihm sprach. Vielleicht hielt mich mein Geschreibe über das Gebet ab von einem Leben, das wirklich vom Gebet erfüllt war.“ Was er im Kloster erlebte, welche Gedanken, Erfahrungen und Erkenntnisse er in seinem Tagebuch festhielt, kann angesichts der Fülle und auch des weiten Spektrums wegen nicht aufgezählt werden. Aber wer wie Nouwen mit Offenheit in die Stille geht und hört, mit dem redet Gott.

1985 nimmt Henri Nouwens Leben noch mal eine Wende – er schließt sich der „Arche“-Bewegung an. In diesen Gemeinschaften, die es weltweit gibt, leben Nichtbehinderte mit Behinderten zusammen. Im September 1996 verstirbt er ganz plötzlich an einem Herzinfarkt.

„Ich hörte auf die Stille“ ist im Herder Verlag erschienen, hat 270 Seiten und kostet 12,95 €, am Büchertisch ist es einmal vorrätig.

(Extratipp: Ein besonders schönes Buch von Henri Nouwen ist „Nimm sein Bild in dein Herz“. Es ist eigentlich eine ausführliche Bildbeschreibung von Rembrandts „Die Rückkehr des Verlorenen Sohnes“ mit sehr wertvollen geistlichen Deutungen des Autors.)


SEI DU MEINE STÄRKE
Die Chroniken der Könige

Lynn Austin erzählt die Geschichte von König Hiskia. Er war 29 Jahre lang König von Juda.

Sein Vater, König Ahas, ist einer von den schlechten Königen Judas. Von ihm heißt es in 2. Chronik 28, 1-3 (Hoffnung für alle): „Er folgte nicht dem Vorbild seines Vorfahren David und tat nicht, was dem Herrn gefiel, … Er ließ Statuen des Götzen Baal gießen und opferte im Hinnomtal Weihrauch für die Götter. Er ging sogar so weit, dass er seine Söhne als Opfer verbrannte“. Obwohl Hiskia in so einem extrem heidnischen Umfeld aufwächst, wird er ein König ganz nach Gottes Herzen. Über ihn ist in der Bibel zu lesen, „dass er dem Herrn, dem Gott Israels, vertraute, so dass unter allen Königen von Juda seinesgleichen nach ihm nicht war noch vor ihm gewesen ist“ (2. Könige 18,5 Luther).

In „Sei du meine Stärke“ wird der Leser mit in Hiskias Kindheit genommen und erlebt die (Schreckens-) Herrschaft von König Ahas mit, der eine falsche Entscheidung nach der anderen trifft und so sein Volk immer weiter vom Glauben an Jahwe, den einen Gott, wegführt. Wie Hiskia trotz allem einen anderen, guten Weg findet und geht, davon berichtet die Autorin mit viel dichterischer Freiheit im ersten Teil ihrer Königschroniken, dem drei Kapitel aus dem Alten Testament zugrunde liegen (2. Könige16/ 2. Chronik 28/ Jesaja 7).

Ein Buch für alle, die die Geschichte(n) aus dem AT mögen und gerne darüber nachdenken, wie das damals so gewesen sein könnte.

Sei du meine Stärke“ von Lynn Austin ist bei Francke erschienen, hat 336 Seiten und kostet 15,95 €.

(Das Buch ist leider nicht mehr am Büchertisch erhältlich, aber Christine kann es besorgen oder ihr bestellt es selber.)


RED MOON RISING
Wenn Freunde anfangen zu träumen und zu beten

Im Herbst habe ich verschiedene Bücher zum Thema Gebet bestellt, u.a. „Red Moon Rising“. Das Buch ist schon vor 15 Jahren erschienen, ist aber noch oder wieder zu haben – ein Hinweis darauf, dass es eine lohnende Lektüre ist.

Das Buch erzählt die Entstehung von „24-7 Prayer“. Es ist eine Geschichte, die berichtet, wie Gott einzelne Menschen aufgerüttelt und in Bewegung gesetzt hat. Das Ergebnis war der Versuch, einen Monat lang 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche zu beten. So wie es schon einmal Menschen getan hatten – im Jahr 1727 in der Herrnhuter Brüdergemeine. Nach dem ersten Monat (begonnen im September 1999) ging es aber weiter. Ein Stein war ins Rollen gekommen, viele sind aufgesprungen und immer mehr Menschen beten. Und das nicht nur in England, wo die ersten Gebetszellen entstanden. „Weltweit, in den verrücktesten Umfeldern, richteten Menschen Herrnhuter Gebetsräume ein.“ Mehr davon ist im Buch zu lesen. 

„Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt. Den ganzen Tag und die ganze Nacht werden sie keinen Augenblick schweigen …“ Jesaja 62,6. Und es passiert in diesem Moment. Echt beeindruckend!

Autoren: Pete Greig/Dave Roberts

Erschienen im R. Brockhaus Verlag, 272 Seiten, 16,95 €


Von Pete Greig sind am Büchertisch übrigens noch zwei preisreduzierte Exemplare seines Buches „Offline – Warum antwortest du nicht, Gott?“ vorhanden.

Das Buch handelt von unbeantworteten Gebeten und ist für die geschrieben, die aufgrund dieser Erfahrung von Gott enttäuscht sind. 

Das Buch ist eine „Reise“ durch die letzten vier Tage im Leben von Jesus. Von Gründonnerstag („Wie soll ich das durchhalten?“), über Karfreitag („Warum werden meine Gebete nicht beantwortet?“) und Karsamstag („Wo ist Gott, wenn der Himmel schweigt?“) bis Ostersonntag („Wenn jedes Gebet beantwortet wird“).

In dem Buch gibt es Antworten und Trost. Auch wenn Gott schweigt, ist er da.

Erschienen im Brunnen Verlag, 240 Seiten, reduzierter Preis 4,95 €


Neben einigen anderen Büchern zu diesem Thema habe ich auch noch einmal das Buch „Betend leben“ von Paul E. Miller vorrätig. Das Buch hat mir im letzten Jahr sehr geholfen und ich kann es nur wärmstens empfehlen.

Es ist bei Francke erschienen, hat 342 Seiten und kostet 14,95 €.