Mittwoch, 29. April 2020

Der Himmel zählt auf dich… 

Der Schwimmer schwimmt mit kräftigen Zügen aufs Meer hinaus. Ich begleite ihn, in meinem Boot. Fahre direkt neben her. Wir unterhalten uns über das tolle Wetter, wie gut es tut im lauen Wasser raus zu schwimmen. Ich erzähle, dass ich selber gerne schwimme. 

Stunden später, der Schwimmer ist weit gekommen, aber die Kräfte lassen nach. Es wird Zeit für mich etwas zu tun. Für alle Fälle hole ich den Rettungsring, der zum Boot dazu gehört aus seiner Halterung. Ich erzähle dem Schwimmer davon, wie toll dieser Ring ist, man kann sich am Strand drauflegen, das angebrachte Seil ermöglicht den Ring hinter sich herzuziehen, das macht Spaß. Tolle Farbe hat er übrigens, Rot und Weiß, sieht richtig gut aus. Der Schwimmer hört gar nicht richtig zu, er hat zu kämpfen, die Kräfte lassen stark nach. 

Ich nehme den Rettungsring in die Hand, und will meinem Gegenüber gerade erzählen, dass man praktischerweise beim Hundesport, den Hund durch den Reifen springen lassen kann…. da merke ich, der Schwimmer ist nicht mehr da… 

Ich hänge den Rettungsring wieder an seinen angestammten Platz, gleich neben das Schild: „Rettungsgerät – Missbrauch strafbar!“. Die Bedienungsanleitung darunter nehme ich gar nicht mehr wahr…. 

Was rettet Menschen, oder besser wer rettet, und vor was? In meiner Geschichte ist es das Retten vor dem Ertrinken, dem Tod im Wasser. Die Bibel warnt uns vor etwas Schlimmeren, dem ewigen Tod, der Unmöglichkeit, in der Ewigkeit bei Gott zu sein. Und wir Christen wissen von dem, der davor rettet (zumindest sollten wir davon wissen), nämlich Jesus Christus; Gottes Sohn. Gerade haben wir das noch gefeiert, an Karfreitag und Ostern. Das Christus für uns ans Kreuz gegangen ist, um für unsere Schuld zu büßen, weil wir Sünder sind! 

Was ist also unsere Botschaft, was erzähle ich von Jesus Christus? Wie präsentieren wir unseren Herrn? Ist es ein Gott, der nur unser Leben verbessert, den ich brauche, wenn mal was nicht so läuft, ist dieser Gott ein Gott, der am Ende die Augen zudrückt, und gnädig über meine Verfehlungen hinweg sieht, denn es ist ja ein Gott der Liebe? 

Gott ist tatsächlich ein liebender Gott, aber er ist auch heilig. Gott und Sünde geht gar nicht zusammen. Deshalb wird er uns auch nicht die Sünde erlassen, sondern, gerade weil Gott die Menschen liebt, hat er seinen Sohn geopfert und am Kreuz sterben lassen, damit wir Versöhnung mit ihm haben. 

Apostelgeschichte 4,12 spricht davon, was das zentrale Thema der Rettung ist: 

In keinem anderen ist das Heil zu finden, denn in der ganzen Welt hat Gott keinen anderen Namen bekannt gemacht, durch den wir Menschen gerettet werden können. 

Das muss die zentrale Botschaft zur Rettung sein. 

Schon viele Generationen von Christen hatten immer wieder diese wichtigste Botschaft weiterzusagen. Und Gott beauftragt Menschen, sein Evangelium zu verkünden. 

Als Verfechter deutscher Texte, habe ich heute ein persönliches Novum, nämlich ein englischsprachiges Lied für Euch. 

Geschrieben 1992 von Ray Bolz, einem Sänger aus Texas: 

Heaven is counting on you Der Himmel zählt auf dich 

Run with a hearth that is true lauf mit wahrhaftigen Herzen 

Carry the cross, reaching the lost trag dein Kreuz und erreich die Verlorenen 

Heaven is counting on you D er Himmel zählt auf dich 

We are standing at the end of time Wir stehen am Ende der Zeit 

We are part of a grand design wir sind Teil einer großartigen Schöpfung 

We are grateful to a risen Lord dankbar dem auferstandenen Herrn 

For the others who have gone before für die, die uns vorausgegangen sind. 

I hear voices in the haevenlies Ich höre himmlische Stimmen, 

They are calling to you and me die rufen dir und mir zu 

Saying rise up, there`s a world to win zieht los, es gibt eine Welt zu gewinnen (für Gott) 

I hear them saying again: und sie sagen noch einmal: 

Heaven is counting on you… Der Himmel zählt auf dich… 

Many suffered, even gave their lives Viele litten, gaben sogar ihr Leben 

Fort he message oft he risen Christ für die Botschaft des auferstandenen Christus. 

Now They`re watching seated high above sie sind in seiner Gegenwart. 

Shouting to us as we run in unserem Lauf, rufen sie uns zu: 

Heaven is counting on you… Der Himmel zählt auf dich… 

There is a race, there is a prize Es gibt ein Rennen, und einen Gewinn 

There is a prize to pay dieser Preis fordert auch Kosten! 

And the saints beyond Alle Heiligen, die uns vorausgingen 

Cheer us on today feuern uns heute an: 

Heaven is counting on me Der Himmel zählt auf dich 


Freitag, 3. April 2020

„Lagerkoller versus Marlies Prinzip…“ Mittlerweile peilen wir die dritte Woche an, was die starken Einschränkungen rund um Corona betrifft. Viele Menschen beginnen schon sehr unruhig zu werden, und sehnen sich ein Ende der Beschränkungen herbei. Und bei vielen kommen die verschiedensten Ängste zu Tage: trifft mich die Krankheit? Wie wird sich das alles wirtschaftlich auswirken? Wann komm ich mal wieder dazu, in den Urlaub zu fahren? Und, und, und… Ich erlebe auch Menschen, die wirklich große Angst vor der Zukunft oder Angst haben, sich anzustecken, für die es wirklich anstrengend ist, den Alltag zu meistern. Andere sind bestrebt, bis an die Grenze des erlaubten (und darüber hinaus) weiter wie bisher zu leben…. 

Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du kennst meine Gedanken von fern. Ob ich ruhe oder gehe, du prüfst es, mit all meinen Wegen bist du vertraut. Noch eh das Wort auf meine Zunge kommt, hast du es schon gehört, Jahwe. Von allen Seiten umschließt du mich, ich bin ganz in deiner Hand. Das finden wir im Psalm 139, 2-5. So sehr kümmert sich unser Gott um uns – gerade auch in diesen verrückten Zeiten. Wer jetzt Gott kennt, der hat einen Fels in der Brandung, ein Fundament, das einmalig ist und hält. Kein Mensch weiß, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht, aber Gott kennt unsere Zukunft und weiß was wir brauchen; er kennt unsere Ängste und unsere Nöte. Und er will uns durch diese Zeit näher zu sich bringen, unseren Glauben tiefer machen. Lassen wir uns darauf ein! Das Marlies Prinzip…gibt`s gar nicht, das machte sich halt gut in der Überschrift. Aber es gibt eine Marlies Erinnerung! Marlies war eine junge Dame mit Down Syndrom. Und sie war ein fester Bestandteil meines Jugendkreises in Berlin der 80ger Jahre. Irgendwann war ihre Mutter aufgetaucht und hatte vorsichtig gefragt, ob Marlies kommen darf. Ab da gehörte sie einfach dazu, fast wie ein Maskottchen. Wir liebten Marlies und sie liebte uns … und wie! Diese Liebe drückte sie gerne mit einer deftigen Umarmung aus. Gut, wer vorher noch mal einen tiefen Atemzug genommen hatte; bei ihren Körperproportionen war es schlicht unmöglich, während der Umarmung an Sauerstoff zu kommen! …aber das nahmen wir gerne in Kauf! Und sie hatte ihr Lieblingslied: das Lied „mit der Hand“, wie sie sich immer ausdrückte. Marlies absoluter Favorit. Immer wenn ich an meinen Jugendkreis zurückdenke, ist mir Marlies präsent, und eben auch ihr Lieblingslied. Dieses Lied von Manfred Siebald passt einfach in diesen Tagen – wie die berühmte „Faust aufs Auge“: Wie tief kann ich fallen… 

Wie tief kann ich fallen, wenn alles zerfällt, wenn Brücken und Stützen verschwinden. Wie lang muss ich laufen auf dieser Welt, um sicheren Boden zu finden? Nie tiefer als in Gottes Hand, nie länger als in seiner Nähe. Nie bau ich mein Leben auf Sand, wenn ich jeden Schritt mit ihm gehe. 

Wie frei kann ich werden, man hält sich für frei und hört doch nicht auf, sich zu binden! Wie klar kann ich sehen? Wer hilft mir dabei, das Ziel meines Lebens zu finden? 

Nie freier, als in Gottes Hand, nie klarer, als in seiner Nähe. Nie bau ich mein Leben auf Sand, wenn ich jeden Schritt mit ihm gehe. 

Wie weit kann ich denken, wie komm ich dahin, nicht nur für mich selber zu leben? Wie gut kann ich helfen, wenn andre sich müh ‘n, den Berg ihrer Sorgen zu heben? Nie weiter als in Gottes Hand, nie besser als in seiner Nähe. Nie bau ich mein Leben auf Sand, wenn ich jeden Schritt mit ihm gehe. 

Bleibt behütet, Euer Markus Schmidt 


Montag, 30. März 2020

Die Welt steht still. Für viele Menschen ist das ein harter Schlag. Selbstständige verlieren wichtige Einnahmen. Mitarbeiter müssen entlassen werden. Kurzarbeit muss in Anspruch genommen werden. Ängste werden geschürt, Menschen erkranken oder sterben sogar. Unser Mitgefühl und unsere Hilfe muss diesen Menschen gehören. Es ist eine schlimme Zeit. Aber, da gibt es noch einen anderen Gedanken, der sich immer mehr bei mir breit macht. Der Gedanke, dass diese Zeit auch eine Gnadenzeit ist:

Die Welt steht still – endlich. Das Tempo, welches die Menschheit bisher vorgelegt hat, war bisweilen unmenschlich. Die Schlagworte waren Gewinnoptimierung, Wirtschaftswachstum, Personaleinsparung, Konsumförderung…. alles sollte schneller oder am besten sofort stattfinden. Die Menschheit war (oder ist) auf dem besten Weg, diese Welt mit irren Tempo gegen die Wand zu fahren. Und jetzt? Zeit zum Nachdenken. Vielleicht auch Zeit zu erkennen. Zu erkennen, was wirklich wichtig und heilbringend ist für uns Menschen. Dazu fällt mir zwangsläufig das Gleichnis vom verlorenen Sohn ein. Der seine Ressourcen, sein Vermögen, welches er von seinem Vater erhielt, in kürzester Zeit verprasste. Als dann noch eine große Not (nicht Corona, sondern eine Hungersnot) über das Land kam, wurde es still in seinem Leben und er hatte beim Schweinehüten viel Zeit zum Nachdenken. Und er erkannte, dass es nicht die Hungersnot ist, die ihm am meisten zusetzt. Dass sein größter Fehler auch nicht sein Lebenswandel war, so sündhaft er auch gewesen sein mag. Sondern er erkennt, dass er sich von dem entfernt hat, der ihm Schutz und Halt gibt. Dass er sich von dem entfernt hat, der ihm Trost schenkt und ihn bedingungslos liebt. Dass er sich von dem entfernt hat, der ihn als Erben seines Reiches einsetzt und ihm Leben schenkt.

Er erkennt, dass er seinen Vater braucht! Ich habe Gespräche geführt mit einem Ehepaar, die in Quarantäne zu Hause sitzen, weil ein Mitarbeiter des Mannes positiv getestet wurde und sie in einem gemeinsamen Büro arbeiteten. Sie kennen Gott nicht und in den Gesprächen konnte man die Angst dieses Paares deutlich erkennen. Aber auch Fragen. Ein Innehalten. Ein Hinterfragen des Bisherigen. Ich erlebe, wie Menschen wieder mehr das gemeinsame Gebet suchen. Wie Menschen den Nächsten wieder wahrnehmen. Wie Menschen beginnen neu zu erkennen. Mein Wunsch ist es, dass diese Zeit dazu dienen kann, die Menschheit verstehen zu lassen, wie sehr wir es nötig haben, zu Gott zu kommen. Dass Menschen sich erstmals oder wieder ganz neu, wie der verlorene Sohn, auf dem Weg zum Vater machen und sie zu Miterben seines ewigen Reiches werden.

Die Welt steht still – Gott nicht! Er baut weiter sein Reich! 
„Vater ich komme jetzt zu dir, als dein Kind lauf ich in deine Arme. Ich bin geborgen, du stehst zu mir, lieber Vater. Vater bei dir bin ich zu Hause, Vater bei dir Berge ich mich. Vater bei dir finde ich ruhe, oh mein Vater ich liebe dich.“

Martin Hellmann


Freitag, 27. März 2020
Hallo liebe Geschwister!

Vor einigen Jahren hatte ich einen Güterzug von Nürnberg in Richtung Würzburg zu fahren. Später Abend, alles läuft….leichtsinnigerweise hab ich sogar ein Lied vor mich hin gepfiffen…und dann, plötzlich, kurz hinter dem Bahnhof Markt Bibert, verabschiedet sich meine Lokomotive! Zwangsbremsung, der Hauptschalter geht gut hörbar aus, Stromabnehmer gehen runter, eine lange Liste von Störungen erscheinen erst kurz auf dem Bildschirm, dann ein roter Balken, mit dem dezentem Hinweis, dass der Rechner der Lok sich hiermit verabschiedet hat. Alles tot. Nur mein Zugfunkgerät hat überlebt, und so kann ich (Gott sei Dank) den zuständigen Fahrdienstleiter auf den Stellwerk informieren, das es wohl etwas länger nicht weitergeht.
Wenn die Elektronik spinnt, ist Stecker ziehen am sinnvollsten; in meinem Fall, alles stromlos schalten, Batterie raus….und eine Zigarettenlänge warten (als Nichtraucher weiß ich, das sind 5 bis 6 Minuten). Zeit durch zu schnaufen. Im Anschluss geht’s von vorn los, Batterie ein, Rechner fährt hoch, gespanntes Warten, wird wieder alles gehen? Und tatsächlich, kein Fehler mehr vorhanden, die Lok lässt sich aufrüsten, als wenn nie etwas gewesen wäre und nach ca. 15 Minuten kann ich meine Fährt fortsetzen. Alles wieder gut!
Viele Menschen erleben momentan die Situation, aus voller Lebensfahrt ausgebremst zu werden. Die Corona Krise verändert völlig unseren gewohnten Lebensrhythmus und wir erleben mitunter unfreiwilligen Stillstand. Plötzlich ist Zeit da, die Familie den ganzen Tag beisammen…und man kommt mitunter zum Nachdenken. Eigentlich eine große Chance, die man nutzen kann. Zum Beispiel um Gott besser kennenzulernen. Zum Beispiel hab ich jetzt die Möglichkeit, mir anzugewöhnen, jeden Tag die Bibel zu lesen. Gewohnheiten brauchen ca. 8 bis 10 Wochen, bis sie sich etabliert haben, also in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wie wäre es z. B. die Bibel komplett in einem Jahr durch zu lesen. Und dann im nächsten Jahr wieder und wieder usw… Nimmt gerade mal 20 min. Zeit pro Tag in Anspruch, und diese Zeit hat glaub ich, jeder. Es gibt dafür Pläne im Internet, oder man kann auch auf mich zukommen. Damit kann man die Bibel immer besser kennenlernen und bemerkt Zusammenhänge, die wichtig sind. Vielleicht ist es auch mal Zeit still zu werden, zu hören was Gott wichtig ist, wahrzunehmen, was im Alltagstrott sonst untergeht. Zeit, um im Leben aufzuräumen und sich Gott ganz neu zu öffnen und sich auf unseren Herrn auszurichten.

Und da kommt jetzt das Lied, von Jörg Swoboda:

Macht Platz, räumt auf
Macht Platz räumt auf! Gott will neu beginnen. Macht Platz räumt auf, Gott fängt neu mit uns an!
Warum werden Fehler nicht ehrlich bekannt, warum wird Schuld nicht beim Namen genannt?
Nur da beginnt Gott, wo aufgeräumt wird, Gott beginnt neu!
Warum hat das Alte einen Heiligen Schein? Soll Gottes Geist nicht der Wegweiser sein?
Nur da beginnt Gott, wo aufgeräumt wird, Gott beginnt neu.
Warum hat das Neue einen Heiligen Schein? Soll Gottes Geist nicht der Wegweiser sein!
Nur da beginnt Gott, wo aufgeräumt wird, Gott beginnt neu!
Warum werden Zweifel nicht offen gesagt? Warum wird bei Fragen nicht endlich gefragt?

Nur da beginnt Gott, wo aufgeräumt wird. Gott beginnt neu!
Und wenn unser Leben aufgeräumt ist und die Beziehung zu unseren Herrn Jesus Christus lebt, dann können wir auch auf die Menschen zugehen, die Jesus noch nicht kennen: auf Ihre Fragen, ihre Zweifel, können sie hinweisen auf den, der unsere Schuld zu sich ans Kreuz nahm. Wir können auf die Liebe unseres Herrn zeigen. Die Liebe, die uns errettet hat!
Früher gab es einen weit verbreiteten Spruch, gern in Poesiealben geschrieben (für die, die so was noch kennen, die anderen müssen fragen!). Der lautete: Die Liebe ist das einzige was sich vermehrt, wenn man es teilt!

Es grüßt Euch herzlich euer Markus Schmidt


Donnerstag, 19, März 2020
Liebe Geschwister,

die Angst geht um, seltsamerweise aber nicht direkt vor der drohenden Infektion durch Corona, sondern eher vor Einschnitten in der persönlichen Freiheit:

die Angst ist groß, zu kurz zu kommen, nicht genug Vorräte zu haben – scheinbar am allermeisten vor den Griff ins Leere nach dem Toilettengang!

Wenn ich mir die Nachrichten ansehe oder anhöre, habe ich den Eindruck, dass wir ganz andere Probleme haben, als persönliche Befindlichkeiten,

und das es wichtig ist, unsere schwachen Mitglieder der Gesellschaft zu schützen; eben Verzicht und Einschränkung zu üben.

Bis jetzt gibt es noch einige Freiräume, die aber auf Grund geradezu nachwachsender Ignoranz wohl auch bald Geschichte sind.

Diese Tage, die wir jetzt erleben, lassen erahnen, dass es zukünftig Folgen haben wird, wie wir jetzt miteinander umgehen. Die medizinischen und auch wirtschaftlichen Folgen kann wohl zum jetzigen Zeitpunkt eh kaum jemand abschätzen.

Werde ich vielleicht schwer krank werden, oder gar sterben?

Ist mein Arbeitsplatz in Gefahr, muss ich finanzielle Einbußen hinnehmen?

Wie komme ich mit Einschränkungen zurecht und wie lang wird das gehen?

Fragen, die Angst machen.

Kurz vor seiner Gefangennahme redet Jesus noch einmal in klaren Worten zu seinen Jüngern und kündigt ihnen an, dass sie alle davonlaufen werden und ihn allein lassen. Aber er sagt ihnen auch, wenn diese Zeit hinter ihnen liegt und er auferstanden ist, werden sie Ihn wiedersehen und voller Freude sein.

Und er gibt Ihnen und auch uns mit auf den Weg:

Joh. 16,33: Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt (Luther übersetzt: In der Welt habt ihr Angst). Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten, ich habe die Welt besiegt.

Jesus kennt alle unsere Sorgen und er sagt uns zum Beispiel in der Bergpredigt, dass unser Vater im Himmel alle unsere Bedürfnisse kennt. Da gibt es auch keine zeitlichen Einschränkungen, sondern auch in Notzeiten und Krisen gilt diese Zusage.

Aber wir müssen Ihm vertrauen, das ist der Punkt, wo Glaube ganz konkret wird. Deshalb sind Krisenzeiten an sich gut, wenn wir wollen das unser Glaube wächst, weil wir (gezwungenermaßen) merken, wie sehr wir Gott brauchen.

Jesus möchte uns aber auch trösten mit seiner Aussage, ich habe die Welt besiegt!

Unser Herr ist der Sieger! Darauf können wir bauen, wie auf einen Felsen.

Ich hab‘s ja mit Liedern, und so möchte ich auch wieder mit einem Lied schließen:

„Von guten Mächten“, das Lied, das Dietrich Bonhoeffer 1944 im Gefängnis gedichtet hat, soll uns daran erinnern, in wessen Hand wir sein dürfen:

Von guten Mächten treu und still umgeben,

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern

des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,

so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern

aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken

an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

dann wolln wir des Vergangenen gedenken,

und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,

die du in unsre Dunkelheit gebracht,

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,

so lass uns hören jenen vollen Klang

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,

all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.



Seid in diesen Tagen behütet, Euer Markus Schmidt